MIPIM 2019: Respekt vor der Handelsimmobilie wird größer

26.000 Besucher, 5.400 Investoren und mehr als 460 Keynotes und Konferenzen: Die MIPIM an der Croisette gilt als bedeutendstes Klassentreffen der internationalen Immobilienbranche. Und doch wollte die Messe schon immer mehr sein, als eine oberflächliche Massenveranstaltung. Substanz entscheidet. Entsprechend schätzen Besucher an ihr die vergleichsweise fokussierte Ausrichtung und entspanntere Atmosphäre, die ermöglicht, in den Vier-Augen-Gesprächen ein Thema auch einmal tiefer auszudiskutieren. Und zu besprechen gab es einiges.

Wer verstehen will, warum, muss sich nur das Investmentumfeld der vergangenen Jahre vor Augen halten: Seit rund vier Jahren schon stehen Handelsimmobilien mitunter ganz oben auf der Einkaufsliste nationaler wie internationaler Anleger, entsprechend groß ist bei manchen Assetklassen der Mangel an investierbaren Objekten geworden. Sorgenfrei in die Zukunft blickt die Branche dennoch nicht, wie nicht zuletzt die ein oder andere Insolvenz in der Textilbranche gezeigt hat. Disruptive Prozesse bedingt durch Online-Handel, aber auch die zunehmende Polarisierung von Standorten - das zeigte sich nicht zuletzt in den Einzelgesprächen –, werfen mittlerweile vielen Anlegern Sorgenfalten in die Stirn. Die einst optimistische Stimmung der Investoren, ist einem tiefen Respekt vor den rasanten Transformationsprozessen im Handel gewichen. Werden die zentralen Werttreiber meiner Handelsimmobilie morgen die gleichen wie heute sein? Was erwarten Händler von einem guten Centermanagement? Wie sieht das Konsumverhalten der Verbraucher von morgen aus? Fest steht nur: Die Grundunsicherheit der Investoren ist in den vergangenen Monaten gewachsen.

Nicht nur die Rahmenbedingungen, auch die Handelsimmobilie selbst ist komplexer und meist unvorhersehbarer geworden. Die Mischnutzung von Handelsimmobilien – vor einigen Jahren bei manchen noch verpönt – hat als Trend zusehends an Fahrt aufgenommen. Und nicht nur das: Aus stadtplanerischer Sicht ist die Handelsimmobilie zu einem strategisch wichtigen Asset geworden, das als Allzwecklösung für allerhand Problemstellungen herhalten muss. Seien es zusätzliche Wohnungen und Büros in den höheren Ebenen, um dringend benötigte Wohn- und Arbeitsflächen zu schaffen oder die Umsetzung von Ladesäulenkonzepten auf Kundenparkplätzen, um elektrische Mobilitätskonzepte in der Stadt voranzutreiben. Von der Entwicklung, Vermietung, bis hin zur Positionierung: Die Umsetzungstiefe des Managements rund um die Handelsimmobilie ist in der Folge beträchtlich gestiegen.

Eine endgültige Erfolgsformel für Handelsimmobilien gibt es nicht mehr. Stattdessen müssen Handelskonzepte und Positionierungen von Immobilien in immer kürzeren Zyklen den Bedingungen des Marktes angepasst werden. Die zukunftsfeste Handelsimmobilie –  es gibt sie noch. Sie ist nur sehr viel komplexer und anspruchsvoller geworden und verlangt neben einer spezialisierten Immobilienexpertise für die einzelnen Assetklassen wie Shopping-Centern und Fachmärkten immer stärker auch Trendexpertise für den Einzelhandel.

Geschäftsführer
IPH Handelsimmobilien GmbH

Joachim Stumpf

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