Handelsimmobilien in Deutschland: Verunsicherung und hoher Beratungsbedarf

Viele Investoren sind durch den wachsenden Online-Handel bei Handelsimmobilien verunsichert. Doch ein genereller Abgesang auf Handelsimmobilien ist laut Lars Jähnichen, Mitglied der Geschäftsführung der IPH Handelsimmobilien GmbH, unangemessen. Überlegte Investitionen seien auf jeden Fall sinnvoll.

Jähnichen: „Allerdings muss jede Immobilie stärker denn je geprüft werden. Ihre Stärken, Schwächen und Alleinstellungsmerkmale gilt es herauszuarbeiten.“ Je nach Standort und Investorenprofil könne ein Single-Tenant-Objekt, eine Fachmarktagglomeration, ein Fachmarktzentrum, ein Nahversorger oder ein „klassisches“ Shopping-Center die richtige Wahl sein. „Generell ist auf das Verhältnis von Frequenzbringern und -nutzern zu achten. Zudem gilt: Je größer das Objekt, desto wichtiger ist die Frage, ob es sich als Treffpunkt und „third place“ eignet.“

Neben der Polarisierung der Lagen hat sich auch das Mieterverhalten gewandelt. Die Entscheidungswege, bevor es zu einem Vertragsschluss kommt, sind erheblich länger geworden. Jähnichen: „Mieter wählen Flächen deutlich selektiver aus und sind kaum noch zu Kompromissen bereit. Häufig werden Gegenleistungen des Vermieters gefordert, beispielsweise Investitionen in das Objekt.“ In den Verträgen würden immer öfter gegenseitige Ausstiegsmöglichkeiten verhandelt. Grundsätzlich sei die stationäre Expansion für alle Handelsunternehmen wichtig. Offline befeuere auch online, so Jähnichen weiter.

„Die Mieten bewegen sich an zahlreichen Einzelhandelsstandorten aktuell seitwärts, es gibt kaum noch Steigerungspotenzial.“ Die Verunsicherung der Investoren sei - besonders mit Blick auf die Zukunft - spürbar. „Es werden kaum große Handelsprojekte gehandelt.“ Nach den aktuellen Marktberichten lag der Transaktionsumsatz im ersten Halbjahr 2018 um fast ein Drittel unter dem Vorjahresergebnis. Dennoch sollte man sich nicht der falschen Annahme hingeben, es würden nur noch Lebensmittelmärkte gekauft, so Jähnichen. Der Markt für Handelsimmobilien sei deutlich vielfältiger – nicht zuletzt aufgrund der vielen Entwicklungen im Bestand. Eins ist aber für Jähnichen klar: „Der Beratungsbedarf ist höher als je zuvor.“

Ihr Ansprechpartner:

Geschäftsführer
IPH Handelsimmobilien GmbH

Lars Jähnichen

Tel.: +49 89 55118-175
E-Mail: jaehnichen.iph@bbe.de