Insolvenz bei Hertie und Wehmeyer, Ertragsprobleme bei Karstadt und Kaufhof
Wieso geht es den Kaufhäusern so schlecht?
Der Ausleseprozess im Einzelhandel wird durch ein enormes Flächenwachstum angetrieben. In den letzten 20 Jahren ist die Verkaufsflächengröße um 50 Prozent gewachsen. Nicht nur die Anzahl der Konkurrenten der Kaufhäuser ist so gewachsen, sondern auch deren Verkaufsflächen und damit ihr Angebot. „Das ursprüngliche Verkaufsargument der Kaufhäuser war ihre Sortimentsvielfalt. Der Kunde fand alles unter einem Dach, von Möbeln über Schmuck bis zu Lebensmitteln. Aber mit dem Flächenwachstum der letzten 20 Jahre haben sich für nahezu jede Warengruppe des Kaufhauses Anbieter in unmittelbarer Nähe etabliert, die das Sortiment des Warenhauses größer, spezifischer und kompetenter anbieten, wie etwa die großen Möbelhäuser, Elektrofachmärkte und Modehäuser. Zudem bieten Shoppingcenter jetzt alle Sortimente noch leistungsstärker unter einem Dach“, erklärt Joachim Stumpf, Geschäftsführer der BBE Handelsberatung die Krise der Kaufhäuser.
