Lebensmittelhändler sind mit Abstand die beliebtesten Ankermieter

In der Gunst der Asset Manager hat die Food-Branche Ankermietern aus den Bereichen Elektro, Textil und Baumarkt den Rang abgelaufen. Dafür gibt es gute Gründe: Die Kunden wandern weitaus weniger ins Internet ab, gleichzeitig wachsen die stationären Umsätze überdurchschnittlich. Was läuft also im Lebensmitteleinzelhandel anders?

44,2 Milliarden Euro gaben die deutschen Konsumenten 2016 für Waren im Internet aus, 10,1 Prozent mehr als 2015. Das Wachstum hat sich zwar seit 2010 kontinuierlich verlangsamt – dennoch bekommen alle Einzelhandelsakteure die Effekte zu spüren. Ein Segment, in dem die Maus die Macht (noch) nicht übernommen hat, ist die Lebensmittelbranche. Salat, Brot und Milch – Waren des täglichen Bedarfs und Frischeartikel werden größtenteils im stationären Handel nachgefragt. Laut BBE/IFH flossen im vergangenen Jahr „nur“ 0,8 Prozent der Umsätze den deutschen Lebensmittelanbietern über das Internet zu. Zwar testen viele Akteure die Verzahnung von Online- und Offline-Aktivitäten. Trotzdem bleiben die Verbraucher bei Lebensmitteln bislang ihren alten, stationären Einkaufsgewohnheiten treu. Und sie haben ihre Ausgaben für Nahrungs- und Genussmittel in den vergangenen Jahren sogar merklich gesteigert. Während der Einzelhandel laut Berechnungen des Handelsverbands Deutschland (HDE) aus Zahlen des statistischen Bundesamtes seinen Umsatz zwischen 2000 und 2016 nominal um 12,8 Prozent erhöhen konnte, stieg die Nachfrage im Nahrungs- und Genussmittelbereich um 36,4 Prozent. Was nicht bedeutet, dass die Deutschen mehr essen. Sie geben einfach mehr Geld für Lebensmittel aus, zum einen für gar- oder verzehrfertiges Essen, zum anderen für Bio-Produkte.

Gestiegene Nahrungs- und Genussmittelausgaben bei gleichzeitig niedriger Onlineanfälligkeit – das macht Lebensmittelhändler selbstbewusst. Zumal die Branche die höchste Konzentration im deutschen Handel aufweist sowohl auf der Handels- als auch auf der Lieferantenseite. Das heißt, ein Großteil des Umsatzes verteilt sich auf wenige Big Player. 90 Prozent des Gesamtumsatzes mit Lebensmitteln entfallen auf die führenden Unternehmensgruppen Edeka, Aldi, Schwarz, Rewe und Metro.

Qualität ist en vogue – für die deutsche Lebensmittelbranche nach Jahren der Rabattschlachten ein echtes Novum. Und für Immobilieneigentümer oder –Manager mit Supermarkt-, Fachmarkt- oder Shoppingcenterflächen im Portfolio erst einmal ein positives Signal: Der Verkauf auf der Fläche, der klassischste Vertriebsweg seit es Handel zwischen Menschen gibt – steht nicht vor dem Aus, die entsprechenden Immobilien bleiben wichtig. Daher wundert es nicht, dass auch in der diesjährigen Umfrage „Der Mieter im Fokus“ der BBE Handelsberatung im Auftrag von ILG und BerlinHyp die deutliche Mehrheit der befragten Immobilienmanager (83 Prozent) Lebensmittelhändler mit großem Abstand für die besten Ankermieter halten. Zwar ist die Tendenz seit 2015 (89 Prozent) leicht rückläufig, aber es bleibt bei einem deutlichen Vorsprung zu allen übrigen Branchen. Die einstigen Lieblingsanker Elektro, Textil und Baumarkt rangieren weit abgeschlagen auf den mittleren und unteren Rängen.

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