„Ein Center kommt zurück“

Das „City Center“ in Eisenhüttenstadt stand noch vor wenigen Jahren zur Hälfte leer. Aktuell werden 19.000 von insgesamt 32.300 Quadratmetern Mietfläche in zwei Umbauphasen neu gestaltet. Namhafte Neumieter stehen bereits fest. Ein großer Erfolg für das IPH-Centermanagement.

Es ist eine Geschichte mit einem Happy End, wie man sie in der Welt der Shopping Center so eher selten sieht. Denn 2014 sollte eigentlich Schluss sein mit dem Einkaufszentrum, das seit seinem Bau im Jahr 1993 Haupteinkaufsmagnet der brandenburgischen Kleinstadt war. Und das trotz massiver Einwohnerverluste zwischen 1988 und 2012 dennoch pro Jahr 2,2 Millionen Kunden jährlich begrüßte. Aus Sicht des Eigentümers BBV Immobilienfonds Nr. 10 GmbH & Co. KG aus München eine sehr gute Bilanz. Darum war die Sanierung der in die Jahre gekommenen Immobilie quasi beschlossene Sache.

Doch durch die Insolvenz der Baumarktkette Praktiker im Jahr 2013 sowie die Schließung des Real-Supermarktes ein Jahr später standen auf einen Schlag 19.000 Quadratmeter Fläche leer und das gesamte Center stand fast vor dem Aus.

Dass die Eisenhüttenstädter ihr City Center behalten können, ist dem Einsatz des IPH-Centermanagements unter Leitung von Ingo Walter sowie der guten Zusammenarbeit mit der Stadt zu verdanken. Nach dem Umbau werden viele neue Mieter einziehen. So wird Edeka auf der einstigen Praktiker-Fläche einen großen Frische- und Verbrauchermarkt eröffnen. Den Mietvertrag über 2.800 Quadratmeter hat der Lebensmittelriese Ende 2015 unterschrieben und sich zudem eine Option für weitere 880 Quadratmeter Fläche gesichert. Außerdem konnten der Discounter Penny, Woolworth, Pfennigpfeifer und mister lady als neue Mieter gewonnen werden.

Insgesamt haben die fünf Centerneulinge 8.700 Quadratmeter Verkaufsfläche angemietet. Und Rossmann vergrößert seine Flächen innerhalb des Center. Die erste Umbauphase hat bereits im Dezember 2015 begonnen und soll noch im ersten Quartal 2017 mit dem Einzug der neuen Mieter abgeschlossen sein. Die zweite Umbauphase betrifft knapp 5.000 Quadratmeter und wird nach Abschluss noch laufender Mietvertragsverhandlungen in Angriff genommen. Eigentümer BBV investiert insgesamt 9,3 Millionen Euro in die Umgestaltung.

Das City Center wird von Ingo Walter vom IPH Centermanagement geleitet. Im Interview erzählt er, warum das Einkaufszentrum in Eisenhüttenstadt etwas Besonderes ist und wie Repositionierung gelingen kann.

 

Einfach kann jeder!

Eisenhüttenstadt gehört für viele nicht zu den einfachsten Standorten, um ein Center zu betreiben, was auch an der stagnierenden demografischen Entwicklung liegt. Herr Walter, Sie zeigen, dass es trotzdem geht. Wieso kann das City Center in Eisenhüttenstadt funktionieren?

„Der Name des City Centers verrät es: Unser Haus liegt nicht nur im Zentrum Eisenhüttenstadts, es ist das Stadtzentrum und wird von den Kunden auch so wahrgenommen. In einer Stadt, die auf dem Reißbrett entstanden ist und über keinen ‚echten‘ Mittelpunkt verfügt, übt das Center die Funktion einer Einkaufsstraße aus, wie man sie sonst in anderen Städten kennt. Das macht uns zum ‚natürlichen‘ Ort zum Einkaufen für die Menschen, zumal andere Lagen in der Stadt nicht über den nötigen Platz für moderne Retail-Konzepte verfügen.“

Wie muss der Mieterpool zusammengesetzt sein, wenn sie nicht nur ein Center, sondern auch die „Einkaufsstraße“ sind?

„Wir bieten den Kunden einen Mix aus Nahversorgung, Shopping-Center-Erlebnis und Fachmarktzentrum. Man kann also sagen, dass wir nicht nur ein Center, sondern der ,Marktplatz‘ der Stadt sind. Am wichtigsten für uns ist ganz klar der Lebensmitteleinzelhandel für den periodischen Bedarf. Mit der geplanten Ansiedlung von Edeka und Penny haben wir hier zwei sprichwörtliche Pflöcke gesetzt, die starke Frequenz in das Center bringen. Beide Mieter ergänzen sich hervorragend: Edeka bietet einen Frischemarkt mit regionalen Produkten, während Penny das Discounter-Segment bedient. Neben Lebensmitteln spielt auch Elektronik eine wichtige Rolle. Mit dem Mieter Euronics haben wir einen ,Techniker‘ im Haus, der das gesamte mediale Spektrum abdeckt.“

Und dennoch: Eisenhüttenstadt ist ein schwieriges Pflaster.

„Richtig ist aber auch, dass wir hier eine besondere attraktive Konkurrenzsituation vorfinden, die kaum mit anderen Standorten vergleichbar ist. Eine klassische Einkaufsstraße ist in Eisenhüttenstadt schlicht nicht vorhanden. Und in einer anderen Stadt einkaufen zu gehen, ist für die meisten Menschen zwar möglich, jedoch nicht sehr komfortabel. Daher sind wir die zentrale Anlaufstelle für Kunden sowohl in der Stadt als auch im Umland. Das ist aber nur der eine Punkt. Der andere ist die Vielfalt der Geschäfte im City Center, die die Bedürfnisse der Menschen am besten abbildet. Ein vergleichbares Produktangebot ist in der Umgebung nicht so einfach zu finden.“

Ein kurzer Blick in die Vergangenheit: 2013 meldete die Baumarktkette Praktiker Insolvenz an. Das betraf auch die damalige Praktiker-Filiale im City Center. Ende 2015 folgte dann der Weggang von Real. Das scheint Sie allerdings nicht aus der Fassung gebracht zu haben.

„Das liegt vor allem an unserem guten Nachnutzungskonzept für die freien Flächen. Wir wollen den Mietern und Menschen hier in Eisenhüttenstadt zeigen, dass wir an das Objekt glauben. Deswegen arbeiten wir daran, es zu revitalisieren und neu auszurichten. Insgesamt 9,3 Millionen Euro haben wir für die zwei Bauabschnitte veranschlagt. Der erste Abschnitt umfasst die Flächen für Edeka und Penny. Weitere neue Mieter werden unter anderem Woolworth, Pfennigpfeifer und mister lady sein, während der Bestandsmieter Rossmann seine Flächen deutlich vergrößern wird. Neben dem Vertrauen der Mieter kommt auch von der Kommune Rückenwind.“

Inwiefern hat Sie die Politik unterstützt?

„Das Bauantragsverfahren für den Umbau lief vom Dezember 2015 bis zum Juni 2016 – das ist ein sportliches Tempo, das wir der Unterstützung der Stadt und insbesondere der Bürgermeisterin zu verdanken haben.“

Wie haben Sie in der Krise mit den Mietern kommuniziert?

„Die Mieter sind in Situationen wie diesen erst einmal verunsichert. Umso wichtiger ist daher Klarheit in der Kommunikation. Sie müssen verstehen, dass es einen Plan gibt, wie es weitergehen soll und dass es einen klaren Fokus gibt. Das alles muss natürlich sehr zeitnah passieren. Klingt nach viel Arbeit – aber wenn es einfach wäre, könnte es jeder machen.“

Ihr Ansprechpartner:

Ingo Walter

Tel: +49 3364 40170
E-Mail: ingo.walter@iph-cm.de